Chapter

Graefin Caecilie

Nach allen diesen Geschichten ließ der Berggeist lange Zeit nichts wieder von sich hören. Zwar trug sich das Volk mit allerlei Wundergeschichten, welche die Einbildung der Hausmütter in geselligen Winterabenden so lang und fein ausspann als den Faden am Rocken; es war eitel Fabelei, zur Kurzweil ausgedacht. Der Gräfin Cäcilie war die letzte Begegnung mit dem Berggeiste vorbehalten, bevor er seine letzte Hinabfahrt in die Unterwelt antrat. Diese Dame, mit allerlei Gicht und Gebrechen beladen, machte nebst zwei gesunden, blühenden Töchtern die Reise nach Karlsbad. Die Mutter verlangte so sehr nach der Badekur und die Fräuleins nach den Lustbarkeiten des Bades, daß sie sonder Rast Tag und Nacht reisten. Es traf sich, daß sie gerade mit Sonnenuntergang ins Riesengebirge gelangten. Es war ein wunderbar schöner, warmer Sommerabend, kein Lüftchen regte sich. Der nächtliche Himmel mit funkelnden Sternen besät, die goldene Mondsichel, deren milchfarbenes Licht die schwarzen Waldschatten der hohen Fichten milderte, und die beweglichen Funken unzähliger, leuchtender Johanniskäfer, die in den Gebüschen schwirrten, gaben die Beleuchtung zu einer der schönsten Naturbilder, wiewohl die Reisegesellschaft wenig davon wahrnahm; denn Mama war, da es gemächlich bergan ging, von der schaukelnden Bewegung des Wagens in sanften Schlummer gewiegt worden und die Töchter nebst der Zofe hatten sich jede

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