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Der Wundertaler

# Der Wundertaler In einem Dörflein des Riesengebirges war Kirchweih; ein Fest, welches die Landleute feiern, wenn sie den Segen der Felder in die Scheuern gesammelt haben und der Herbst die gelben Blätter von den Bäumen schüttelt. Da gibt es denn auch in der ärmsten Hütte einen Fest- und Freudentag; die Arbeit ruht, das kleine Stübchen ist sauber gescheuert und ausgeputzt, und die Hausfrau backt derbe, braune Kuchen, wozu die Körner oft mühevoll während der Ernte auf den Feldern zusammengelesen sind. Da sitzt der wohlhabende Landmann an dem überreich besetzten Tische, mit Freunden und Verwandten von nah und fern, und bespricht bei braungesottenen Karpfen und äpfelgefülltem Gänsebraten Viehstand und Ackerbau. In den armen Häuschen der Tagelöhner geht es weniger hoch her, aber doch steht auf jedem Tische der festliche Birnenkreen (Backobst und geriebener Meerrettich, als kalter Brei), nach dem die Kinder sehnsüchtig hinblicken, indessen die Mutter die Schwarzmehlkuchen aufschneidet und wohl gar der Kaffee am Herde brodelt. Der Vater sitzt im weißärmligen Hemd und in der buntgeblümten Manchesterweste vor der Tür, raucht aus seinem braunen Tonkopfe und breitet sich das blaugedruckte Schnupftuch über die Knie, um die schwarzlederne Beinbekleidung zu schonen. Am Abend versammelt sich jung und alt im Wirtshause, tanzt oder zecht in der mit Tabaksrauch erfüllten Stube und im

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