Chapter

Der Musterreiter

# Der Musterreiter Rübezahl saß eines Tages oben auf dem Grubenstein, der Rübezahls Kanzel genannt wird, und sah hinunter auf die Welt, und dachte dies und jenes. Da kamen drei Reisende über die Sturmhaube auf die Schneegruben zu, und Rübezahl merkte bald aus ihrem Gespräch, daß es Kaufleute waren, so eine Art von Hausierern, die man heutzutage Musterreiter nennt. „Worin reiset ihr denn?“ fragte der eine; „in Fischtran,“ erwiderte der andere; „und ich,“ fuhr der erste fort, „reise in Wagenschmiere.“ „Ein schöner Artikel,“ versetzte der andere; „und ihr, mein Herr?“ wandte er sich an den dritten. „In Limburger Käse,“ war die Antwort. „Ein beliebter Artikel, — verdrängt den Schweizerkäse, — in Holländischem wird wenig mehr gemacht,“ riefen beide wie aus einem Munde. Rübezahl horchte hoch auf und verstand von alledem kein Wort; daß jemand in Fischtran und Wagenschmiere, ja selbst in Limburger Käse reisen könne, war ihm völlig unverständlich und unglaublich. Indessen dachte er, du willst doch weiter hören. Aber was hörte er? — Die Reisenden, welche sich jetzt auch auf dem Felsen niedergesetzt hatten, achteten nicht auf den schlicht aussehenden Mann, ließen ihre Schnappsäcke mit Wein und kaltem Wildbrett hinauftragen und waren fröhlich und guter Dinge. Je mehr sie tranken, desto offenherziger wurden sie gegen einander, und Rübezahl erfuhr nun ganz, wes Geistes Kind sie wären. Daß

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