Der Spieler
# Der Spieler
Von Agnetendorf stieg ein junger Bursche hinauf nach dem Korallenfelsen und sang dabei so laut und lustig, daß es in den Bergen weithin hallte. Rübezahl, der auch eben über das hohe Rad kam, hörte den Gesang und dachte, da scheint ein fröhlicher Mensch zu kommen, wir wollen einmal versuchen, ob es auch ein guter ist.
Und er nahm alsbald die Gestalt eines alten Drehorgelspielers an, der den ganzen Sommer hindurch am Fuße des Berges saß und die Reisenden mit Musik bewillkommnete, wofür er eine kleine Gabe empfing. Der Alte war aber heute nicht an seinem Platze, weil im Dorfe unten eine Hochzeit war, wobei er aufspielte. Nun saß Rübezahl statt seiner da und spielte: „Fröhlich und wohlgemut.“
Als der Bursche dem Leiermann nahe kam, zog er seinen Beutel aus der Tasche und warf ihm einen Groschen zu, wobei er singend und pfeifend seines Weges ging und sich gar nicht um den Dank des Alten zu kümmern schien.
„Glückliche Reise!“ rief ihm Rübezahl freundlich nach und ging nun auch seines Weges. Der junge Bursche aber wandert rüstig weiter, bis zu den Elbwiesen. Da sieht er mehrere junge Leute, welche Kegel schieben, und bleibt dabei stehen. Er konnte nämlich bei keinem Spieltisch, bei keiner Kegelbahn vorbei, ohne sein Glück zu versuchen; auch jetzt kribbelt und juckt es ihn in den Fingern, und er ist wie gebannt an der Stelle; sein fröhlicher Gesang ist verstummt, und