»Prim.«
Die Tränen meines ersten Seelenschmerzes galten einem kleinen reizenden Schoßhunde, den ich mir mit ein paar kräftigen Fußtritten erkämpft hatte, und von dem mich eines Tages ein grausames Schicksal unbarmherzig trennte. Die Spanne Zeit, die zwischen jenen Tätlichkeiten und der schmerzlichen Trennung lag, umfaßte zwei volle Jahre. Sie endete an einem nebligen, feuchtkalten Herbstmorgen und hatte an einem herrlichen Frühlingsabend begonnen. Die Großmutter brachte nämlich Wolle in die Spinnerei, und ich begleitete sie. Diese Spinnerei lag auf der andern Seite des Flusses mitten zwischen Bäumen und war mit der Rückseite an eine Felswand gebaut. Es war für mich jedesmal wie das Erleben eines kleinen Festes, wenn ich in diese Spinnerei gehen durfte, denn es war so viel zu sehen, daß es stets Kämpfe kostete, bis man mich wieder auf dem Heimweg hatte. Da gab es vor allem eine Unmenge Tiere, und zwar gerade Vertreter jener Arten, die in unserm Hause am meisten verpönt waren: Kaninchen, Meerschweinchen und Hunde. Diese Vierfüßler 6 befanden sich in kleinen Hütten unter dem Hause, das gegen den Fluß zu auf hohen Pfählen stand. An jenem Nachmittag wurde ich von den Kindern, deren es auch eine stattliche Anzahl gab, mit besonderm Jubel empfangen, und während die Großmutter ihre Wolle unterbrachte, liefen wir hinunter ans Wasser. Ich war lange nicht mehr da gewesen und staunte nun nicht