Märztage auf dem Lande
»Se sünn ankomm un Swone sünn ankomm.« Diese Worte fand ich in einem Briefe, dessen an mich gerichtete Adresse von mir selbst geschrieben war. Jedes Jahr, etwa gegen Ende des Märzmonates, erhalte ich ein ähnliches Schreiben. Es kommen diese Zuschriften von meinem alten Holzvogt Hans Tams, der mir damit anzeigt, daß die Waldschnepfe Schleswig-Holstein durchwandert. In Betreff des Wortes »Swone« konnte ich mir vorstellen, daß er damit wilde Schwäne meinte, die, durch den besonders strengen Winter weit ins Innre getrieben, auf dem Rückzuge zu ihren Sommerplätzen vorübergehend in dem mir gehörenden Hjortvadsee eingefallen seien. Schon am andern Morgen war ich unterwegs. Seit vielen Jahren war kein Frühling über meine kleine Heimatprovinz gegangen, daß ich nicht einige Märztage auf meinem Gute gewesen wäre. Auf diese Zeit freue ich mich den ganzen Winter, und oft ist es mir in Gesellschaften ein heimlicher Trost, an den kommenden Frühling zu denken. Und wahrlich, es ist ein Ausruhen, wenn auch nur ein kurzes, nach den langweiligen Wintergesellschaften der großen Stadt, in der ich lebe. Natur, einmal ganze Natur nach so vielen Menschen. * * * Gegen vier Uhr kam ich mit dem Zuge in Kiel an und setzte mich sofort in den mir von meinem Pächter gesandten Wagen, um in zwei Stunden schon im Wulffshägener Gehege zu sein. Hans Tams stand am Haltepunkt bereit. Das gute Gesicht lachte vor