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Brief an Herrn Dr. Daniel MC. Clellan

Brief an Herrn Dr. Daniel MC. Clellan, Universitätsprofessor in Washington (C. D.) Lieber Herr Professor, Sie haben eine ‚Geschichte der deutschen Literatur‘ geschrieben und verlangen mein Urteil. – Sehr schmeichelhaft für mich, Herr Professor. Ihre weltmännische Gebärde verdiente Erwiderung mit Redensarten des Lobes. Ich aber, im Herzen getroffen, muß Ihnen deutsch antworten, das heißt: grob. Warum, zum Teufel, haben Sie die komische Dichtung im Anhang abgetan, in kleiner Schrift, im letzten Winkel Ihrer Betrachtungen? Werdet Ihr Gelehrten denn niemals Vernunft annehmen? Werdet Ihr die komische Kunst erst schätzen, wenn sie Altersschimmel angenommen hat (Nestroy, Busch, Offenbach) oder gar unverständlich geworden ist wie die Komödien des Aristophanes? Herr Professor! Unsre Sinne geben uns ein sehr unvollkommenes Weltbild; wir nehmen beiweitem nicht alle Vorgänge (was dasselbe ist: Dinge) um uns wahr. Noch mehr: Unsre Sinne geben uns ein falsches Weltbild. Das Nächste – ein Jucken am Hals, einen bellenden Hund vor der Tür, ein Kerzenlicht auf dem Tisch – drahten uns die Sinne mit aufdringlicher Deutlichkeit. Sie verschweigen uns aber den Donner der Protuberanzen, die riesenhaften Nebelsysteme der Milchstraße. Den Mond und die Sonne zeigen uns die Sinne nicht größer als zwei Melonen im Garten. Der Verstand sollte den Irrtum unsrer Eindrücke korrigieren: und er versagt; wir

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