Vorrede
Sehr zufälligerweise kam ich auf den Einfall, daß ich im vorigen Jahre eine Umarbeitung des englischen Robinsons für die pädagogischen Unterhandlungen unternahm, und noch unerwarteter komme ich itzt dazu, daß ich die diesmaligen Meßwaren mit einem Robinson Krusoe vermehre. Herr Campe pries zu Ende des vorigen Jahres in einer weitläuftigen Anzeige den Robinson als eine Panazee wider alle Seelengebrechen an und empfahl ihn besonders als ein treffliches Mittel wider das herrschende Empfindsamkeitsfieber, das er dadurch in seinem Keime bei jungen Seelen zu ersticken hoffte. Ich hatte bisher den englischen Abenteurer für einen guten ehrlichen Kauz gehalten, der durch seine sonderbaren Schicksale und durch eine eigne Mischung von Zaghaftigkeit und Mut, von Einfalt und Klugheit, von Gutherzigkeit und Grausamkeit belustigen könnte; mit Erstaunen wurde ich nunmehr inne, daß ich, ohne es zu wissen, ein wahres schriftstellerisches Arkanum besaß, und da ich das Recht der ersten Besitznehmung darauf hatte, so konnte ich mir unmöglich ein so wichtiges Verdienst um unsre Nation von einem andern wegnehmen lassen, sondern eilte um soviel mehr, das angepriesne Wundermittel je eher, je lieber in die Hände des Publikums zu bringen. Um indessen allen Verdacht der Marktschreierei zu vermeiden, will ich ganz demütig bekennen, daß ich weder meinem noch irgendeinem Robinson auf der ganzen weiten Welt