Erstes Kapitel.
Von trüben Ahnungen erfüllt, wofür ich mir selbst keinen befriedigenden Grund angeben konnte, verschloß ich mich in mein Zimmer im Wirtshause und fing ernstlich zu überlegen an, was am besten zu tun sei. Ich war nie eigentlich abergläubisch; allein es war etwas so seltsam Zurückstoßendes in den Zügen des schottischen Kaufmanns, daß ich nicht beschließen konnte, mich ohne Vorsicht in seine Hände zu geben. Auf der andern Seite hatte die warnende Stimme, die ich hinter mir hörte, die Gestalt, welche einem Schatten gleich durch jene Grabhallen schwebte, etwas Anziehendes für die Phantasie eines jungen Mannes, der noch überdies ein junger Dichter war. Wenn mich Gefahr umringte, wie die geheimnisvolle Nachricht andeutete, wie hatte ich anders sie kennen lernen oder Mittel finden sollen, ihr auszuweichen, als wenn ich den unbekannten Ratgeber aufsuchte, dem ich nur freundliche Absichten beilegen zu können glaubte. Rashleigh und seine Ränke kamen mir mehr als einmal in den Sinn; allein ich war in so großer Eile gereist, daß ich nicht vermuten konnte, er sei von meiner Ankunft in Glasgow benachrichtigt, viel weniger vorbereitet, einen bösen Streich gegen mich auszuführen. Ueberdies fehlte es mir nicht an Mut und Zuversicht, ich war stark und rüstig und verstand mich auf die Handhabung von Waffen, worin alle jungen Franzosen damals geübt waren. Einen einzelnen Feind fürchtete ich nicht,