Chapter

Erstes Kapitel

Meines Vaters kannst Du Dich gewiß noch gut erinnern; denn da der Deine Mitinhaber des Handelshauses war, so kanntest Du ihn von Jugend auf. Allein in seinen besten Tagen, ehe Alter und Gebrechlichkeit seinen feurigen Unternehmungsgeist gedämpft hatten, hast Du ihn wohl nicht gesehen. Gewiß würde er ein ärmerer Mann, aber vielleicht ebenso glücklich gewesen sein, wenn er jene kräftige Wirksamkeit und scharfe Beobachtungsgabe, die er in Handelsunternehmungen betätigte, der Wissenschaft gewidmet hätte. Ganz abgesehen aber von der Aussicht auf Gewinn, liegt in dem Unbestand kaufmännischer Spekulation etwas Fesselndes, ja Bezauberndes für den, der das Risiko hat. Wer sich auf diesem schwankenden Meere einschifft, muß die Geschicklichkeit des Steuermanns und den Mut des Schiffers besitzen, und kann dennoch scheitern und untergehen, wenn die Winde des Glücks ihm nicht günstig wehen. Diese Mischung notwendiger Aufmerksamkeit und unvermeidlicher Gefahr, die häufige und furchtbare Ungewißheit, ob die Klugheit über das Glück siegen, oder das Glück die Entwürfe der Klugheit zerstören werde, gibt dem Verstand und dem Gefühle volle Betätigung, und der Handel hat allen Zauber des Spiels, ohne dessen sittliche Verderbnis. Früh im achtzehnten Jahrhundert, als ich einige zwanzig Jahre alt war, erhielt ich plötzlich den Befehl, Bourdeaux zu verlassen und wegen eines wichtigen Geschäfts zu meinem

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