Chapter

Robbenfang - Kapitel 1

1. Kapitel. Am Bollwerk des Hugli-Flusses, schräg gegenüber dem Zollamt von Kalkutta, der Millionen-Hauptstadt des Zweihundertmillionen-Reiches Indien liegt an einem Privatbootsstege ein kleines graublau gestrichenes Fahrzeug vertäut — ein U-Boot von so geringen Abmessungen, wie es bisher nirgends gesehen wurde... Morgens war dieses Tauchboot vom Meerbusen von Bengalen her den Fluß aufwärts gekommen, hatte dann kaum an dem Balkenstege, der dem Vertreter der deutschen Stiemer-Werke gehörte, festgemacht, als sich auch schon am Ufer hunderte und aberhunderte von Neugierigen versammelten, die sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammensetzten. Da waren Inder, Malaien, Chinesen, Singhalesen, Siamesen, Neger, Japaner, Europäer aller Nationen, — kurz, ein Rassengewimmel, wie es eben nur Kalkutta aufweist. Schnell hatte man die schwarzen Buchstaben am Bug des U-Bootes, das die deutsche Handelsflagge am Heck trug, entziffert... Der Name »Robbe« ging von Mund zu Mund. Fünf Minuten nach Ankunft der »Robbe« hielt ein Auto am Bollwerk. Ihm entstieg ein blonder Herr, der einem älteren, vornehm ausschauenden Manne höflich aus dem Kraftwagen half. Die beiden Herren bahnten sich mühsam einen Weg durch die Menge, betraten nach kurzem Gespräch mit dem den Steg absperrenden Polizeibeamten die dicken Planken der kleinen Anlegebrücke und — — in demselben Augenblick hob sich auch der Deckel der

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