Chapter

Eine Idylle während der Belagerung

Gegen Mitte des Jahres 1870 bewohnte eine alte Dame mit ihrem Sohne ein bescheidenes Quartier im fünften Stock eines Hauses des Quai Saint-Michel. Frau Fontaine hatte ihren Gatten, der als Professor am Lyceum Louis-le-Grand angestellt war, verloren. Ihr Sohn Gabriel besaß ein gediegenes Wissen und wollte sich gerade im Augenblick, wo der Vater starb, zur Aufnahmeprüfung an der Ecole normale melden. Der Tod ihres Ernährers war ein furchtbarer Schlag für die Familie. Herr Fontaine hatte weder das Alter noch die Dienstjahre, die ihn zur Pensionirung berechtigten; seine Wittwe erhielt daher von der Regierung nur eine ganz unbedeutende Unterstützung. Gabriel mußte auf die höhere Unterrichtscarrière verzichten und auf augenblicklichen Verdienst bedacht sein, nur um seine Mutter zu erhalten. Der Director des Lyceums, ein freundlicher, wohlwollender Herr, setzte es durch, daß der junge Mann im Unterrichtsministerium mit einem Gehalt von 1500 Francs jährlich angestellt wurde; und dieses Sümmchen, verbunden mit der kleinen Pension, die Frau Fontaine erhielt, und einigen kleinen, bei Lebzeiten des Vaters gemachten Ersparnissen reichte für den täglichen Unterhalt beider aus. Ihre bescheidene Wohnung bestand aus drei kleinen Stuben und einer Küche. Das Speisezimmer trug mit seiner unvermeidlichen, eichenfarbenen Tapete und dem rothbraun gestrichenen Fußboden einen unendlich banalen

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