I
Auf deinem Haupt schmolz eine goldenrote Krone, Davon glüht nun dein Haar so goldenrot und stolz. Aus deinen Augen zieht das stille herbe Lied Der tiefen ungeweinten Tränen. Schliefen denn niemals Sonnenstrahlen auf deinen Lippen? Man könnte wähnen, Du habest nie dich selbst gesehn, So arm bist du. Nie sangen die Vögel so lüstern. Sonne und Winde flüstern Von weichen, wonnigen Frauen, Alle Bäume hangen voll Küsse, Alle Lippen müssen verlangen, Der Frühling ist hungersäend Über die Erde gegangen. Meine Haare fliegen, Bin auf hellen Winden, Bin auf Flügelfüßen In die Lüfte gestiegen. Und mein Haupt steht golden In den Abendwolken, Purpurn wanken die Dolden Meiner Liebesgedanken. Sammle mir in meiner Stille Köstlich seltne Edelsteine, Deine kostbar seltnen Blicke, Die ich im Vorüberstreifen Heimlich dir vom Auge pflücke. Und die seltnen heiligen Steine Drücken sich in meine Seele, Schmücken meine Einsamkeiten, Füllen strahlend dunkle Lücken. Möchte von deinem langen goldenbleichen Haar Ein Lager mir bekleiden. Seide wäre Stroh, Sammet — Igelhaut, Aber dein Haar ist wie ein golden Wolkenbett, Wie man's am Abend gleißend nur im Äther schaut. — Nein, dein Haar ist mehr, ist mehr, Dein Haar ist wie ein Strom der goldenen Maienluft Geschwängert von den Küssen junger Liebe. Will meine Augen mit deinem Haar verbinden, Will erblinden, in seinem Gold erblinden. Überschüttet von deiner