Chapter

Keine Vorrede. Das Meer. Die Trave. Lübeck

„Wenn Einer eine Reise thut, So kann er was erzählen,“ sagt Claudius, etwas Anderes bleibt es aber immer, ob Jemand ihm zuhören will. Wir leben in einer Zeit, wo große Weltereignisse einander Schlag auf Schlag folgen, wo sich in einem Jahre mehr zuträgt, als früher in zehn Jahren; Meteor folgt auf Meteor am politischen Himmel, wo will man da Zeit hernehmen, der einzelnen aufwärtsstrebenden Psyche Aufmerksamkeit zuzuwenden? — Die Welt ist jetzt im Stadium des Handelns, sie arbeitet dem künftigen Dichtergeschlecht vor, das unsere Jetztzeit unsterblich machen soll. Aber wenn die Flügel wachsen, dann will der Vogel auch fliegen, und mag es Krieg oder Frieden, Hochzeit oder Begräbniß geben, er singt ein Lied, bis ein Dichterherz bricht; es giebt immer noch eine oder die andere verwandte Seele, die mitten im großen Weltgetümmel an seinen Tönen sich labt, und mehr kann der kleine Himmelsbürger ja nicht verlangen. Ist es nun aber ein eitler Vogel, und das sind die meisten jungen Dichter, so will er Zuhörer heranziehen, will originell sein, und zwitschert dann oft mit einem ganz andern Schnabel, als mit dem, den unser Herrgott ihm gegeben hat; das hilft wirklich zuweilen! Je barocker das poetische Geschrei wird, desto Mehrere geben Achtung darauf; er sammelt sich ein Publicum; der Eine zeigt sich noch origineller, als der Andere, denn wer will nicht gehört werden, wenn er erst als

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