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Vorwort

Vorwort. (Zur ersten Auflage.) Durch zwei Jahrhunderte wanderten Fürsten und Völker des Abendlandes dem Oriente zu. Das edelste Blut floß vergeblich in Strömen, um das Land unseres göttlichen Lehrers den Ungläubigen zu entreißen, und wenn gleich das heutige christliche Europa den für seine Ueberlegenheit seit sechshundert Jahren vielleicht zum Spiel gewordenen Kampf nicht mehr anbindet, so ist doch nicht zu wundern, wenn vom religiösen Sinne durchdrungen Millionen aus der Christenheit den Wunsch, die heiße Begierde hegen, selbst zu wandeln die Wege des Erlösers, mit eigenen Augen zu schauen die Denkmäler des Gottmenschen von der Krippe bis zum Sarge. Die Beschwerden, Hindernisse und Gefahren einer Reise nach Syrien jedoch überwogen bei den Meisten auch den kräftigsten Vorsatz, und es mußte beim unbefriedigten Wunsche sein Bewenden haben. Nur wenige Männer erprobten die Stärke und Ausdauer zur Vollführung dieses Wagnisses; daß aber eine zarte Frau aus höherem Stande, eine geborne Wienerin, den Heldenmuth besaß, das durchzuführen, woran Tausende von Männern scheiterten, dürfte fast dem Unerhörten angehören. Schon in früher Kindheit wurzelte in ihr der - Trieb, diese Reise zu unternehmen. Mit besonderer Vorliebe las sie die Beschreibungen des heiligen Landes, und eine Reise nach dem Orient interessirte sie mehr, als alle reizenden Schilderungen von Paris oder London. Allein erst

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