Chapter

Kinderland

Der Wandergenossin, der Nachtigall von Kumpfmühl Wieder saßen sie, verschiedene Menschen, aber in Freundschaft und starker Willigkeit zu geistiger Gemeinschaft verbunden, in dem gemütlichen Eckzimmer beisammen und hielten »Reinhart-Abend«. Die Gäste nannten diese regelmäßigen Zusammenkünfte so nach dem Vornamen des Gastgebers, obwohl dieser sie viel lieber als »offene Abende« bezeichnete. Schüchtern, mit unbeholfenen, suchenden Worten hatte er ihnen immer wieder gesagt: »Ich kann das nicht anerkennen. Unsere Tagungen werden von unseren Gästen bestritten. Wir bieten nur die Gelegenheit. Und was die Bewirtung betrifft, Tee und Salzstengel das eine Mal, und Salzstengel und Tee das andere Mal und nie etwas anderes, so ist auch in dieser Hinsicht der Name ein Mißgriff.« – Der Doktor aber meinte: »Es bleibt dabei. Übrigens nur nicht so schüchtern! Sie tun, als ob Sie zeitlebens eine gewisse Befangenheit und besorgniserregende Bescheidenheit nicht ganz ablegen wollten. Fort mit den Eierschalen! Gut deutsch, aber … Woher Sie das wohl haben?« Man hatte, wie verabredet worden war, über »Lebenskunst« verhandelt. In guter Ordnung hatte einer nach dem andern aus Büchern und aus dem eigenen Leben beigesteuert, was ihm am Herzen lag. Und nun galt es, den Gegenstand des nächsten Abends zu bestimmen. Man machte allerlei Vorschläge, bis der gemütliche Herr in dem grünen Lehnstuhl, der

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