Kapitel 7
Wir sollten uns des neuen schönen Segelbootes nicht oft mehr erfreuen, denn der Herbst war stürmisch, und dann trat ein Ereignis ein, das unserem Leben eine ganz andere Wendung geben sollte. Mein Vater wurde als erster Prediger an die Jakobikirche der Hauptstadt berufen und sollte diese Stelle schon im Februar antreten. Meine Mutter und ich und meine jüngeren Geschwister blieben noch bis Ostern in Steinhusen. Adolf Martens kam dann zu uns in Pension und wir beide auf das Gymnasium. Wir freuten uns nicht über solche Umwandlung, denn obwohl das Leben in der Stadt auch wohl etwas Verlockendes hatte, so wußten wir doch, daß wir ein solches »Jungsparadies« wie Steinhusen niemals wiederfinden würden. Auf Onkel Simonis hatte diese Nachricht eine besondere und für uns wenig erfreuliche Wirkung. »Jungs,« sagte er, »nun müßt ihr 'ran, 'ran müßt ihr. An Tertia ist nicht zu denken, weil ihr noch kein Griechisch gehabt habt, aber für Quarta, wo das Griechische anfängt, müßt ihr reif sein, überreif müßt ihr sein wie ein Apfel, der vom Baum fällt, wenn man ihn nur schief anguckt. Das muß nur alles so flutschen wie geölt. Und ein bißchen Griechisch bring ich euch auch noch bei, so daß ihr die Buchstaben schreiben und lesen könnt und die ersten leichten Sätze im Jakobs übersetzen. Wird euch zu Anfang 'ne Hilfe sein, wenn ihr die krausen Dinger von Buchstaben schon könnt, eine nicht zu