Zum Eingang
Zum Eingang Dich deckt nun schon lange eine warme heimatliche Scholle, alter Freund, und doch hast du alle überlebt, von denen an späten Abenden am Küchenfeuer deine bärtige Lippe erzählt hat. In deinem großen Hause war das der gemütlichste Platz. Saure Trauben und süße Pflaumen wuchsen fast zu den Gesimsen herein, vom Garten schwatzte die Brunnenröhre durchs Dunkel herauf wie ein Klatschbäschen, das einfach nicht schlafen will, und dahinter hörte man das Geflüster einer großen Wiese. Aber wenn die taube Haushälterin im Gange herumschlürfte und etwa eine Stube offen ließ, schollen von der Vorderseite gegen die Straße und ihre Häuser späte Schuhe, Nachtbubenpfiffe, Pferdegetrappel und fernes Musizieren. Wir kauerten uns dann noch behaglicher in die verräucherte Ecke und leerten und füllten die Tasse Tee oder das Glas schwärzlichen Tessinerwein. Und ich legte die Hand auf dein Knie und bat: Fahre weiter von dir und deiner Regine! Du saßest im Halbdunkel, und so seh' ich dich heute noch, wo ich versuche, dein Erzähltes, soweit du mir erlaubt hast, wieder zu erzählen. Und als so ein halbdunkler Mensch bist du selbst mir immer vorgekommen, und auch deine Bekenntnisse sind in ein solches Gemisch von Licht und Schatten getaucht, daß ich wohl ein Spaßen und Jubeln, aber dahinter auch eine See von schwerem Blut rauschen hörte. Ich versuche wohl umsonst, dieses Halbdunkel in Ton und Satz