Chapter

Kapitel 1

Nach einem heftigen Gewitter, das unter Sturm und Regen über die Niederelbe von Süden nach Norden zog, trat ein erquickend milder Abend ein. Noch war viel Bewegung in der Luft, der volle Glanz der Sonne aber, die bereits niedrig stand, und Himmel und Gewölk mit flimmerndem Gold übergoß, verkündigte schönes Wetter. Nachdem der Sturm ausgetobt hatte, belebte sich der Hafen Hamburgs und der Strom von Neuem mit zahllosen Fahrzeugen, der monotone, bald leise, bald geschreiartig zum Quai herüberschallende Gesang der Matrosen auf den Schiffen, deren Ladung gelöscht ward, ließ sich wieder hören, und das Leben gestaltete sich gewühlvoller denn je. Wie hätte es auch anders sein können, da es Sonnabend war und der Tag bereits zu Ende ging. Jeder wollte noch möglichst viel vor Einbruch der Dunkelheit beseitigen, und so hasteten denn schwer tragende Menschen an allen Landungsplätzen, die Schutenführer strengten sich an, ihre Fahrzeuge durch die Kanäle nach den Speichern zu befördern, und an den Luken in den Speicherräumen sah man überall viele Hände in rühriger Tätigkeit, um aus den unten in den Fleeten liegenden Fahrzeugen die erhaltenen Ballen und Säcke aufzuwinden und sicher zu stauen. Diesem bewegten Leben sah, an die Brustwehr auf dem Kehrwieder gelehnt, ein Mann von etwa fünfzig Jahren wohlgefällig zu. Er trug die gewöhnliche Tracht der Arbeiter und seine schwieligen breiten Hände,

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