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Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren

Ravensburg und sein Verkehrsleben in den letzten dreihundert Jahren. Auf Grund archivalischer Forschungen von Postrat Dr. Gustav Schöttle in Tübingen. Die vortreffliche Verkehrslage, welche Oberschwaben von Natur aus besitzt,[1] wurde nach dem Ende des Mittelalters allmählich verkümmert und zuletzt geradezu in ihr Gegenteil verkehrt durch die Gebietszersplitterung des Landes und den verrotteten politischen Zustand des alten Deutschen Reiches. Die verwahrlosten Landstraßen, die Zollbeschwerden infolge übermäßiger Vermehrung der Zollstätten, die mangelnde öffentliche Sicherheit und viele andre verkehrsschädliche Erscheinungen waren die Ursachen, daß während des 17. und 18. Jahrhunderts der Landstrich zwischen Iller, Donau und Bodensee zu einem ziemlich weltabgeschiedenen, verkehrsarmen Erdwinkel geworden war, der von dem Transit und Großverkehr soviel wie möglich gemieden wurde. Davon machten nur die wenigen Plätze einigermaßen eine Ausnahme, die den Vorzug genossen, unmittelbar an der schönen Wasserstraße des Bodensees zu liegen. Nur eine bestimmte Klasse von Verkehrtreibenden fühlte sich von Oberschwaben angezogen. Das waren die Zigeuner, Gauner, Landstreicher und sonstiges gemeinschädliches Gesindel. Diese Leute liebten die Gegend, weil sie sich hier, wenn sie in dem einen Gebiete verfolgt wurden, leicht und rasch in ein andres zurückziehen konnten. Eine der Routen, die Paris

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