Vorwort
Der Dichter Julius Grosse, der in dem heutigen Literaturleben schon ganz in den Hintergrund gedrängt worden war, wäre wohl vollständig dem Vergessen anheimgefallen, wenn seine Tochter Antonie Grosse sich nicht mit einigen literarischen Freunden ihres Vaters zu einer Ausgabe einer Auswahl aus den ungefähr 85 Bänden seiner Werke zusammengetan hätte, Ich meine die »Ausgewählten Werke von Julius Grosse. Mit einer Biographie von A. Bartels, unter Mitwirkung von A. Bartels, J. Ettlinger, H. von Gumppenberg und F. Muncker, herausgegeben von Antonie Grosse. Berlin, Alexander Duncker Verlag.« Wer sich für Grosse interessiert, versäume nicht, zu dieser mustergültigen Ausgabe zu greifen. die ihn wieder frisch und lebendig vor uns hingestellt hat, so daß wir erkennen, was er uns noch zu geben und zu schenken hat. Es ist in der Tat nicht wenig, denn sieht man, wie sich der Dichter im Laufe seines langen Lebens auf allen Gebieten der Literatur nicht nur versucht, sondern auch kräftig, eigenwillig und selbständig gezeigt hat, so sagt man sich unwillkürlich, daß Grosse mehr sein müsse als nur ein »Phantasiemensch«, ein »romantischer Formenkünstler«, mit welchen Schlagworten er immer gerne abgetan wird, wozu man dann noch mit Vorliebe hinzufügt: er gehörte der »Münchener Schule« an, in der er freilich ein aktives Mitglied gewesen ist, sogar, wenn man will, einer ihrer Mitbegründer. Julius