Ratten und Schwäne
Hans wurde das Warten zu langweilig. »Quatsch,« sagte er, »wenn sie nicht bald kommen, geh ich fort. Mir tun die Augen schon weh vom Gucken und die Beine vom Knien.« »Sie kommen gleich, du sollst sehen«, sagte Erich, aber seine Stimme klang wenig zuversichtlich. »Es muß nur noch etwas dunkler werden.« »Ja, so dunkel, daß man gar nichts mehr sehen kann, und dann sagst du: da sind sie, und dann ist es irgendeine Baumwurzel. Das kennen wir. Zu albern. Dicketuerei.« Hochmütig blickte Hans auf die beiden Schwäne, die ruhig und mit stolzen Hälsen mitten im Graben vorüberschwammen. Sie steuerten auf ihr Häuschen zu. Hans schnalzte mit der Zunge, aber sie drehten auch nicht ein bißchen den Kopf zur Seite. »Sie sind doch auch gestern gekommen, ich flunkere doch nicht«, sagte Erich. Nun hatte er endlich mal etwas, womit er Hans imponieren konnte, und nun klappte es noch nicht einmal. » Ach«, sagte Hans kurz und sah weiter auf die Schwäne. Sie waren beim schwimmenden Häuschen angelangt und umkreisten es in schönem Bogen. Die beiden Mädchen waren geduldiger und stiller. Sie hatten wohl schon etwas Angst. Denn eigentlich mochten sie Ratten doch gar nicht. Scheußliche Tiere. Fast die widerlichsten Tiere, die es gab. Vor allem die glatten, haarlosen Schwänze. I gitt – i gitt. Und gingen sie 8 nicht auf Menschen los? Wer hatte doch neulich erzählt, daß sie in die Schlafzimmer kamen und den