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Die Belagerung Wiens

Wiener Begebenheiten aus den letzten Wochen der Türkennot 1683 Es war am 19. August des Jahres 1683. Die Abenddämmerung hatte sich mitleidig auf das unglückliche Wien niedergesenkt, das nun schon fünfunddreißig Tage lang durch das von Kara Mustafa, dem ehrgeizigen Großwesir und Oberfeldherrn Sultan Mohammeds des Vierten, zur Eroberung der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt herbeigeführte Riesenheer wie mit eisernem Ring von der Außenwelt abgeschlossen war. Auf dem »Hof«, dem Sammelplatze der bewaffneten Bürgerschaft, lagerte vor deren Zeughaus in dieser Nacht die kleine Freikompagnie, die der Ratsherr Ambros Franck errichtet hatte und nun als Hauptmann befehligte. Allenthalben brannten Wachtfeuer, deren roter Flackerschein die Brandruinen des nahen Schottenklosters und der zugleich mit diesem in Asche gesunkenen Paläste der Familien Auersperg, Palffy und Traun mit erbarmungsloser Schärfe gegen den tiefblauen Himmel des Sommerabends abhob. Die Mannschaften, meist ehrsame Gastwirte und friedliche Kaufleute, aus denen die Not der Zeit überraschend schnell stahlharte Kriegsmänner geschmiedet hatte, lagen oder saßen, zu Gruppen vereint, auf Strohschütten um die lodernden Flammen und unterhielten sich über die letzten Ereignisse. An Gesprächsstoff war heute freilich kein Mangel, denn am Tage zuvor hatte der Kürassieroberst Dupigny, um dem gegen das Außenwerk der Burgbastei

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