Erstes Kapitel
Frau Käte lag in einem Morgenkleid aus rosafarbenem Chinakrepp auf der Veranda ihrer Tiergartenvilla und las. Vor der Chaiselongue stand ein kleiner runder Tisch, auf dessen mattgrau seidenem Perser eine lila Schachtel mit Zigaretten lag. Zwischen Tisch und Chaiselongue saß Lori, die deutsche Schäferhündin aus dem Stamm Tuaillons, spitzte die Ohren und ließ kein Auge von der Tür, die in den Garten führte. Plötzlich sprang Lori auf, öffnete sich die Tür und stürzte die kleine Treppe hinunter in den Garten. Käte sah von ihrem Buch auf und lächelte, als sie im Kies die Tritte ihres Mannes hörte. Sie setzte sich auf und rief freudig: »Hallo!« »Liebling!« klang es zurück. Die Schritte wurden lauter und schneller. Lori kläffte vor Freude hell auf; und wenige Augenblicke später stand Paul vor seiner Frau. Er küßte ihr erst die Hand, die sie ihm entgegenstreckte, beugte sich dann über sie und schloß sie in die Arme. Käte sprang auf, klingelte, gab Anordnungen; und ein paar Minuten später meldete der Diener: »Es ist angerichtet.« »Viel ist es nicht,« sagte Käte, »aber da wir uns nun doch bald an das neue Leben gewöhnen müssen...« »Wird es dir schwer fallen?« fragte Paul. Sie sah ihn groß an und schüttelte den Kopf: »Nein!« sagte sie. – »Je mehr ich mich hineindenke, um so leichter erscheint es mir. Wir werden die vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen los und viel mehr als bisher uns