Chapter

Quentin Metzis

Im Jahre 1470 gab es in Antwerpen einen berühmten Grobschmied, der mehre thätige und kräftige Arbeiter beschäftigte und dessen Werkstatt täglich vom Schlage des Hammers ertönte und in den schönen rothen Feuerglanze glühte, der jedem Gegenstande, den er erleuchtet, einen so phantastischen und seltsamen Charakter verleiht. Unter diesen Arbeitern war einer, der für eine so schwere Arbeit nie bestimmt gewesen zu seyn schien. Er war einer von den seltenen Menschen, die einen schlagenden Beweis von der Macht des Willens über den Körper geben, in diesem jungen Manne — es war kein anderer als Quentin Metzis — ersetzte moralische Energie die körperliche Kraft. Er fühlte, daß es die Kunst, nicht die Arbeit war, für die er sich eignete; doch gab er sich geduldig seiner Bestimmung hin, und ein Geist des Wetteifers bewog ihn sogar, in seinem schweren Berufe sich auszuzeichnen. Er war der beste Arbeiter in der Schmiede, und der Meister liebte ihn, trotz der Eigenheit seines Wesens; denn im Innern sich der Fähigkeit zu etwas besserem, als den Amboß zu klopfen oder ein Pferd zu beschlagen, bewußt, theilte er nicht die Gewohnheiten der Kameraden. Nicht daß er sie verachtete; sondern sie langweilten ihn, und wenn Arbeit gethan war, so mochte er lieber mit seinen Gedanken allein sein, als mit ihnen trinken. Eines Abends, als die Gesellen in ein benachbartes Wirthshaus gehen wollten, luden sie:

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