Chapter

Quartier für die Nacht

Es war spät im November 1456. Über Paris fiel der Schnee mit strenger, unnachgiebiger Beharrlichkeit; zuweilen machte der Wind einen Ausfall und zerblies ihn in fliegende Wirbel; zuweilen lullte der Wind ein, und Flocke um Flocke kam aus der schwarzen Nacht herunter, schweigend, kreisend, unablässig. Armen Seelen, die unter nassen Augenbrauen nach oben sahn, schiens ein Wunder, woher das alles kam. Meister François Villon hatte an einem Kneipenfenster, nachmittags, zwei Möglichkeiten in Vorschlag gebracht: Wars nur dieser heidnische Jupiter, Gänse rupfend auf dem Olymp? Oder waren die heiligen Engel in der Mauser? – Er wäre bloß, setzte er hinzu, ein armer Meister der Künste, und da die Frage einigermaßen ans Göttliche rührte, dürfte er nicht wagen, sie zu entscheiden. Ein alter, alberner Priester von Montargis, der unter der Kumpanei war, lud den jungen Lumpen zu einer Flasche Wein ein, zu Ehren dieses Witzes und der Grimassen, die ihn begleiteten; und er schwor bei seinem eigenen, weißen Bart, er wäre genau so ein unehrerbietiger Hund gewesen in Villons Alter. Die Luft war beißend und geschärft, aber nicht tief unterm Frierpunkt, und die Flocken waren dick, naß und backig. Die ganze Stadt war in Leinen gewickelt. Eine Armee hätte vom einen Ende zum andern marschieren können, und nicht ein Fußtritt hätte Alarm verursacht. Gab es ein paar verspätete Vögel am Himmel, so sahen

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.