Erster Theil
Wenn an dem blutigen Morgen des Ostermontags der »schöne Fritz« allerdings einen Schutzgeist gefunden, der sein Leben rettete – was war denn aus seinen Herzensfreunden geworden, und was hatte sich mit ihnen begeben? War Alfred, der Aristokrat, irgendwo ein Opfer der Volkswuth geworden? Hatte Raphael vielleicht sein Leben im Dienste der Freiheit in die Schanze geschlagen? Zum Glück hatte sich von alledem nichts ereignet. – Alfred, nachdem er geraume Zeit vergebens nach dem entsprungenen Freunde gefahndet, und weil ihm mittlerweile das kriegerische und aufrührerische Treiben in der Stadt unbequem geworden, war auf den Karlsplatz, und in Folge dessen auf einen ganz unbewachten, völlig menschenleeren Pfad zur Höhe des Schloßbergs gerathen, und hatte denselben getrost verfolgt. Dergestalt war ihm nach seiner Weise, und im Einklang mit seinen Lebensansichten, derjenige Platz zu Theil geworden, wo er auf dem Gipfelpunkt aller Dinge stand, die sich zu seinen Füßen begaben. Wie ein über dem Wel tengedränge schwebender Gott, stand Alfred auf dem äußersten Vorsprung des »Kanonenplatzes«. Er sah, wie die Truppen aus Westen und Süden gegen die Stadt vorrückten; er sah, wie beinahe zur gleichen Zeit die am vorigen Tag zurückgedrängten Freischaaren abermals aus den Wäldern brachen, wohin sie über Nacht sich zurückgezogen; er sah, wie das Militär ihnen noch kräftiger als gestern die Straße zum