Die Epopöe von Wischnewskij und seinen Angehörigen
Da schaut sie an, des Gutsbesitzers unmittelbare Eigenheit. Iwan Turgenjew. Im Perejasláwschen Kreise des Poltáwaschen Gouvernements lebte der Gutsbesitzer Iwán Gawrílowitsch Wischnéwskij. Die Freigebigkeit der Kaiserin Elisabeth hatte ihm ein großes Gut beschert, das an den beiden Ufern des Flusses Ssupój lag (die Flüsse Udáj und Ssupój werden in einem Handbuche der Geographie als »aus Gründen vieler Mängel zur Schiffahrt ungeeignet« bezeichnet). Das Gut setzte sich aus zwei großen Dörfern zusammen, von denen das eine Farbowánaja hieß und das andere Ssoßnówka. Auf diesem Gute lebte und starb der alte Pan Iwan Wischnéwskij, nach seinem Tode aber fielen sowohl Farbowánaja als auch Ssoßnówka seinem Sohne Stepán Iwanowitsch Wischnéwskij zu, eben jenem, der einen so heroischen Ruhm hinterlassen hat, obwohl es freilich leicht möglich ist, daß dieser Ruhm im Laufe der Zeit von allerhand Phantasien im Geschmack der dortigen Bevölkerung stark ergänzt und gefärbt wurde. Stepán Iwanowitsch war ein Athlet und ein Recke, er war in ebenso hohem Maße gastfreundlich, als auch starrköpfig und zu alledem ein außergewöhnlicher Wüstling, obwohl er eine vortreffliche Bildung genossen hatte. Er war einer aus der Schar jener jungen Leute, die von der Kaiserin Katharina nach England »zur Aufklärung des Geistes und des Herzens« geschickt worden waren. Nachdem er aus England zurückgekommen war,