Chapter

1. Kapitel. In den Flegeljahren.

»Hurra – versetzt!« schallte eine laute Jungenstimme durch das stille Haus. Die Tür zum Wohnzimmer, in dem Frau Professor Winter schreibend saß, wurde ungestüm aufgerissen und blieb sperrangelweit hinter dem Hereinstürmenden offen. »Hurra – versetzt!« kam das Echo eine Sekunde später von einer hellen Mädchenstimme. Ein schlankes, vierzehnjähriges Mädel eilte freudestrahlend hinter dem Bruder her. »Hier stelle ich dir zwei frischgebackene, nagelneue Untersekundaner vor, Mutti«, trompetete die Jungenstimme wieder. Sie klang drollig, diese Knabenstimme. Manchmal hatte sie tiefe Baßtöne und dann wieder hell quiekende. Der Besitzer derselben befand sich in dem Alter des Stimmwechsels. »Wirklich – alle beide in die Untersekunda versetzt?« Erfreut schüttelte die Mutter dem Sohne die Hand, klopfte anerkennend die von der freudigen Erregung glühende Wange ihres Mädels. »Hab's eigentlich auch nicht anders von meinen Zwillingen erwartet. Wer an seinem Vater ein solches leuchtendes Beispiel der Pflichterfüllung und des ständigen Weiterstrebens hat, der kann ja eigentlich gar nicht aus der Art schlagen.« »Sage das nicht, Mutti«, meinte der Sohn mit hochgezogenen Augenbrauen, was seinem noch kindlichen Knabengesicht etwas Altkluges gab. »Der Junge von Professor Bart ist in der Obertertia klebengeblieben. Sechs Stück, gerade ein halbes Dutzend, haben sie nicht mit hinübergelassen.« »Bei uns

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