Chapter

1. Kapitel. Wie die Zwillinge ihren Einzug halten

Der letzte Septembertag hatte alles Sonnengold des Sommers noch einmal zusammengerafft. Goldene Lichter warf er in die krummen Straßen der alten Universitätsstadt hinein und putzte die Fensterscheiben an den trotz ehrwürdigen Alters die Berghänge hinaufkletternden Häuschen, daß sie nur so blitzten. In jeden noch so vergessenen Winkel streute er eine Handvoll Sonnengold. Das bunte Herbstlaub der Berggärten ließ er metallisch erflimmern. Am meisten aber hatte er's auf die Saale abgesehen, der letzte September. Das silberne Flußband, das sich durch Wiesen und Anhöhen schlängelte und Jena anmutig umgürtete, sprühte von lauter Diamanten und Smaragden. Es war, als könne die alte Stadt sich heute nicht schön genug machen. Das hatte auch seinen guten Grund. Denn über den lindenbestandenen Marktplatz, auf den Studenten Stühle und Tische aus dem verräucherten Kneiplokal hinausgetragen hatten, um noch einmal Sommer zu feiern, ratterte ein Wagen. Bunte Studentenmützen flogen in die Luft. »Professor Winter – er holt sich endlich seine Kinder nach Jena – na, Zeit wird's, daß er Wohnung bekommen hat – habt ihr die netten Kinder gesehen?« so schwirrte das an den Studententischen noch hin und her, als der Wagen längst schon durch den Spitzbogen des alten Johannistores verschwunden war. Drinnen aus dem Viersitzer schauten vier neugierige Kinderaugen, ein Paar blaue und ein Paar braune, heraus.

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