Ein ungewöhnlicher Auftrag
Dicht neben dem Polizeipräsidium in New York liegt das kleine Restaurant von Angelo, das die Polizeibeamten häufig besuchen, wenn sie dienstfrei sind. Hier geht es nicht nach Rang und Würde; in dem Lokal verkehrt der einfache Polizist, der eben noch die Straßen abpatrouilliert hat, der Kriminalbeamte, der Inspektor, und mitunter läßt sich auch ein höherer Beamter sehen. In einem Teil des Saales wird ein Schnellimbiß serviert für Leute, die es eilig haben, aber gegenüber gibt es eine Reihe von Nischen, in denen man in Ruhe und Muße ein solides Mittagessen nach der Karte erhalten kann. In der letzten Nische saß eine außergewöhnlich hübsche junge Dame einem Polizisten gegenüber, der gerade dienstfrei war. Die liebevollen Blicke, mit denen er sie betrachtete, paßten wenig zu seiner gestrengen Uniform. »Verdammt, Julia«, sagte er leise, »du behandelst mich, als ob ich ein kleiner Schuljunge wäre.« »Im Grunde genommen bist du das ja auch«, entgegnete sie lachend, schaute ihn aber trotzdem freundlich an. Sie war nicht nur auffallend schön, sondern besaß auch einen klaren Verstand und hatte das Herz auf dem rechten Fleck. »Ich bin mindestens so alt wie du.« »Gewiß, aber ich war bereits erwachsen, als du noch im Stimmbruch warst.« »Warum hältst du mich immer hin?« fragte er gekränkt. »Ich weiß nicht, wie du das meinst. Bin ich nicht immer nett zu dir gewesen?« »Ja, zum Teufel!« »Soll