Erstes Kapitel
Was für ein Gesicht wohl die drei unglückseligen Weiber, die Parzen meine ich, bei ihrer unausgesetzten Fabriktätigkeit machen mögen? Ich glaube fast, nur ein »beliebter Autor« gleich mir vermag sich ganz und vollständig hier in die Sachlage hineinzuversetzen; und es wäre merkwürdig, wenn er der, welche den Faden abschneidet, nicht das vergnügteste zutraute. Ei ja, wir, die wir gleichfalls Bescheid wissen mit dem Spinnen, Wickeln und Abschneiden menschlicher Schicksale, können es uns ziemlich genau ausmalen, das Behagen der drei Kolleginnen! Ihr Behagen – die bloße Vorstellung davon wirkt so überwältigend, daß wir uns selbst auf dem Papier sofort ins Freie, ins Grüne, ins Einsame, vor jeder Menschenanhäufung Versteckte hinaussehnen und der Sehnsucht augenblicklich Folge geben, wenn auch mit der dumpfen Gewißheit, das vor uns zu finden, was wir so gern hinter uns zurücklassen möchten: unsern Beruf, unser grimmiges und gutmütiges, unser tragisches und komisches, unser lachendes und weinendes Werk unter Menschen und ihren Schicksalen. Wir fahren, und auf der Eisenbahn. Halten wir ja das freie angenehme Gefühl des Getragenwerdens so lange als möglich fest, es macht nur zu bald anderen weniger behaglichen körperlichen und seelischen Empfindungen Platz, vorzüglich wenn sich der Tag dem Abend zuneigt. Ja, wenn man seine Knochen zu Hause lassen könnte bei allen Versuchen zu fliegen!