Prolog
oder die Reise nach dem guten Geschmack. Gewissermaßen eine Fortsetzung des gestiefelten Katers. Ein deutsches Lustspiel in sechs Aufzügen. 1796. 1797. 1798. Berlin, bei G. Reimer, 1828. Meinem Bruder, dem Bildhauer Friedrich Tieck in Berlin. Dir, meinem geliebtesten Bruder, widme ich dieses jugendliche Werk, das Erzeugniß mancher frohen und begeisterten Stunde, das Resultat und die Wiederholung manches Scherzes, so mancher Ansicht und Meinung, die Dir schon früher bekannt waren, da Dir, als den Gefährten meiner Kindheit und Jugend, meine Seele stets offen da lag. Wir erlebten ja mitsammen die jugendliche Freude an Poesie und Kunst, an Frühling und Natur, und theilten eben so alle Trauer und allen Schmerz. Oft hat uns unsre Lebensbahn getrennt und wieder vereinigt. Für die Liebe, die ich von Dir erfahren habe, größer und reiner als sie unter so vielen Geschwistern sich findet, kann ich Dir nie genug danken. Ungleich der Zeit und jenem allgemeinen Egoismus, der sich oft entschuldigen läßt, und der sich zuweilen selbst den edelsten Eigenschaften beimischt, stehst Du im Gegentheil fast dem Tadel bloß, daß man Deiner aufopfernden Großmuth, die für Freunde, Familie, oder wer sonst Deiner Hülfe bedarf, zu bereitwillig thätig ist, etwas von jenem Eigennutz und jener Selbstliebe wünscht, die Dich gewiß doch niemals beherrschen würde. Auch in der Kunst möchtest Du vielleicht durch etwas