Tomek Baran
Tomek stiess die Schankstubentür auf, ein scharfer Brodem, wie aus einem Kuhstall, schlug ihm entgegen und eine vor Dichtigkeit fast klebrige Stickluft presste gegen ihn an; er achtete nicht darauf, trat ein und zwängte sich durch das eng verschlungene Menschengedränge hindurch, das wie Roggengarben auf der Tenne einen grossen wirren Haufen bildete, in der Richtung des Lattenverschlags mit der Schanktafel dahinter. »Ein Halbquart Schnaps, aber starken!« »Ins Blech einschenken?« »Nein, ins Glas.« Die Schankwirtin goss ein. Er zahlte, nahm Flasche und Glas, wandte sich einem Tisch an der entgegengesetzten Seite der Schankstube zu, liess sich schwer an der Wand nieder, füllte sein Glas mit Schnaps und leerte es in einem Zuge. Dann spie er zwischen den Zähnen hindurch aus, wischte sich den Mund mit dem Ärmel und versann sich. Irgend etwas in seinem Innern schien ihn zu bedrängen, denn er konnte nicht einen Augenblick ruhig dasitzen, er spie immer wieder aus, schlug mit der Faust auf den Tisch, versuchte plötzlich aufzustehen, als müsse er eilig irgendwo hin und liess sich schliesslich mit einem leisen schmerzlichen Aufstöhnen auf die Bank zurückfallen; ab und zu rieb er mit der Faust über seine Augen, denn immer wieder rollte ihm eine Träne über die dürren, bläulichen wie zerfressenen Wangen und brannte wie Feuer auf seinem Gesicht... Er merkte fast gar nicht mehr, was um ihn her