1. Kapitel
An der Kuschitza, südöstlich von Plewna in Bulgarien, einige Meilen von Gorni-Studen entfernt, das später durch das Hauptquartier des Kaisers Alexander weltbekannt werden sollte, liegt das bulgarische Dorf Muschina, ein für die Verhältnisse der dortigen Gegend wohlhabender und ziemlich stark bevölkerter Ort. Am Rande der Wiesen, welche von der Kuschitza bespült werden, ziehen sich in ziemlicher Entfernung nebeneinander liegend die Gehöfte hin, jedes einzelne von einem großen Grasplatz umgeben und mit einer dichten Hecke eingeschlossen. Die Häuser der ärmeren Bewohner sind meist nur aus Weidengeflecht zusammengesetzt und etwas in die Erde eingesenkt, so daß sie großen Körben gleichen und ein wenig an die Niederlassungen der wilden Indianer erinnern. Das Dach dieser Häuser erhebt sich kegelförmig, von Stroh oder von aufgeschichteten oder durcheinander geflochtenen Baumzweigen gebildet, und in diesen äußerst primitiven Häusern wohnen die Familien und ihre Haustiere meist friedlich beieinander. In Muschina befanden sich aber außer diesen ärmlichen Wohnungen auch größere Höfe, welche zwar ebenfalls nach der Landessitte von hohen Hecken eingeschlossen waren, aber geräumigere und festere Wohnhäuser und Stallungen enthielten, ja es gab sogar vier bis fünf steinerne Häuser, welche zwar auch nur mit Stroh gedeckt waren, doch sah man in denselben Fenster mit Glasscheiben, ein großer