Erstes Buch, Erstes Kapitel
Der Wagen hielt, und Gerhard erwachte. Er hatte in der dumpfen Schwüle des engen Gefährtes so fest geschlafen, und jetzt war die sonnige Stille um ihn nur wie ein hellerer Traum. Erst ein langer Blick durch das offene Fenster zur Rechten auf den Roggen, dessen hohe Halme sich nicht fortbewegten, und zur Linken auf die verkrüppelte Weide, die ebensowenig von der Stelle rückte, brachte ihn vollends zum Bewußtsein. Eilfertig griff er nach Hut und Stock und Tasche, die vor ihm auf dem Rücksitz lagen, öffnete den Schlag und sprang hinaus, nicht wenig verwundert, als er sich nach einer flüchtigen Umschau mitten zwischen den Feldern fand. »Ich dachte, wir wären in Kantzow?«»Sind wir auch«, erwiderte der Postillion. Der Mann hatte es auf hochdeutsch gesagt, so daß ihn Gerhard nicht mißverstanden haben konnte; und da, neben der Weide, war ja auch ein schmalerer Weg, der von der Landstraße in ziemlich gerader Richtung durch eine mächtige Weizenbreite auf ein paar kleinere Gehöfte zuführte, welche in ziemlich bedeutender Entfernung zerstreut am Rande des Waldes lagen. »Das ist also Kantzow?« fragte er. »I bewahre«, sagte der Postillion, »das sind man die Büdners«. »Was sind Büdners?«»Büdners sind – Büdners«, sagte der Postillion. »Freilich! aber ich soll diesen Weg gehen?«»I bewahre!« Der Postillion war unterdessen mit der Schweppe seiner Peitsche fertig geworden, die ihm, während er auf