Chapter

I. Vorklänge

»Kathje Peerenboom ist tot. – Komme.« Ich wußte nicht, wo ich diesen Namen hintun sollte. Irgendwo im Leben war er mir schon begegnet, allein das ›Wie‹ und ›Wo‹ blieb mir verschleiert; ich konnte mir keine Rechenschaft darüber geben und würde der Depesche, die mir nach Utrecht, wo ich mich eines neuen Romanstoffes halber für einige Wochen aufhielt, nachgeschickt wurde, keine weitere Bedeutung beigelegt haben, hätte nicht unter der lakonischen Drahtnachricht ein Name gestanden, der mir von jeher lieb und teuer gewesen. Noch einmal las ich: »Kathje Peerenboom ist tot. – Komme. – Pittje Pittjewitt.« Mein Buch beginnt mit Trauer und endet mit Trauer. Es ist ernst und zum großen Teil mit tiefer Wehmut geschrieben – und dennoch: es ist zuweilen, als wenn sich das Bahrtuch leise bewegte, als wenn sich ein launiges Gesicht aus den Falten vordrängte, das Näschen rümpfte, die Lippen schalkhaft verzöge und spräche: »Hier bin ich! – Jantje Klaas, Jantje Klans!« – »Komme...!« Der Name Pittje Pittjewitts entschied; ich machte mich reisefertig. – Gegen drei Uhr stampfte und polterte der Zug von Utrecht durch die verschneite Veluwe. Ich hatte meine Zigarre in Brand gesetzt und sah in die Landschaft hinaus, die verschleiert und mißfarben endlos sich dehnte. Feine Schneeflocken rieselten gegen die Wagenfenster, die Telegraphendrähte hoben und senkten sich, glühe Fünkchen sausten vorüber, und

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