Erstes Kapitel
»Pique-Dame bedeutet geheime Mißgunst.« Aus dem neuesten Zauberbuche Man kam bis in den trüben Tag Zusammen, bei mancher Stunde Schlag So oft. Man setzte, – wie's Gott vergeben mag! – Und hat auf doppelten Ertrag Gehofft. Man spielte, bis Haufen bei Haufen lag; Gewinn ward fröhlich, Verlust ward zag Gebucht. So saß man in den trüben Tag Und hat das Glück bei Schlag und Schlag Versucht. Beim Gardekavallerieoffizier Narumoff wurde einmal gespielt. Die lange Winternacht verging unmerklich; um fünf Uhr morgens setzte man sich zum Souper. Die Gewinner aßen mit viel Appetit, die anderen saßen zerstreut vor ihren leeren Gedecken. Der Champagner kam, das Gespräch belebte sich und alle beteiligten sich daran. »Wie ging es dir, Surin?« fragte der Wirt. »Habe wie gewöhnlich verloren. Offengestanden, ich habe stets Pech: trotzdem ich Mirandole spiele, mich niemals aufrege, trotzdem mich nichts aus der Ruhe bringt, verliere ich immer!« »Ist wirklich niemals die Versuchung an dich herangetreten? Hast du noch niemals auf Route gesetzt? Deine Charakterstärke setzt mich in Erstaunen.« »Aber Hermann erst!« sagte einer der Gäste und wies auf einen jungen Ingenieur: »zeit seines Lebens hat er noch keine Karte angerührt, zeit seines Lebens kein ParoliParoli: Die Verdoppelung des liegenden Einsatzes für das nächste Spiel. geboten und doch sitzt er bis fünf Uhr bei uns und schaut zu, wie wir