Chapter

Piddl Hundertmark

Piddl Hundertmark hieß er. Gewiß, sein Vorname paßte akkurat. Aber die hundert Mark in seinem Namen waren der reinste Hohn. Es wäre ihm nicht ein roter Heller aus den Taschen gefallen, wenn man ihn auf den Kopf gestellt und ausgeschüttelt hätte wie ein leeres Portemonnaie. Dabei sah er aus, als wenn ihn der liebe Herrgott in einer langweiligen Stunde aus einem alten Stück Holz geschnitzt hätte, um auch einmal ein Vergnügen und etwas zum Lachen zu haben. Der dicke Kopf mit den kleinen Augen und den großen Ohren, den borstigen Haaren und den abgezehrten Backen war das Auffälligste an ihm. Dabei steckten die kleinen Beine in ganz unmöglichen Hosen. Man wußte nie, was man mehr anstaunen sollte. Piddl oder seine Hosen. Sie waren tütenförmig und oben von einer so unnatürlichen Weite, daß man stets fürchtete, der kleine Knirps werde rettungslos in dem gewaltigen Hosenboden versinken. Seine Mutter hatte sie abends nach der Arbeit beim Schein der trüben, kleinen Petroleumlampe zusammengenäht, und es war wirklich mehr guter Wille als Geschicklichkeit an ihnen zu erkennen. Aber Piddl war stolz auf seine Hosen, und er tat nichts lieber, als die Hände in die Taschen zu vergraben und mit unbewegter Gelassenheit und dem unerschütterlichen Phlegma, das ihm eigen war, den Spielen der Kinder auf der Straße zuzusehen. Kein Spottwort rührte ihn so leicht, und nur, wenn es gar zu arg wurde, drehte

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