Chapter

Phosphorus Hollunder

Phosphorus Hollunder saß am Schreibtisch seines mit Komfort und Zierlichkeit ausgestatteten »Museums«, wie er es nannte – in der Apotheke zum Holunderbaum, die er neuerdings vom Keller zum Giebel modern hatte herstellen lassen. Er memorierte die Rede, mit welcher er heute, am Sylvesterabend, die Schwesternloge zu erbauen gedachte. Denn Phosphorus Hollunder war Maurer; – welcher Apotheker wäre in Herrn Hollunders jugendlicher Heldenzeit es nicht gewesen? – Er galt für den begeistertsten Sprecher in der Loge zur Feurigen Kugel, zumal an den Schwesternabenden, wo sein Vortrag kein schönes Auge trocken gelassen haben soll. Er hatte laut gelernt und ein helloderndes Feuer in seinem Gemüt entzündet. Mit großen Schritten ging er nunmehr im Zimmer auf und ab. Der Strom der Phantasie war sicher in das Gedächtnis geleitet; ein Anstoß nicht zu befürchten; wenn aber ja, so ist Phosphorus Hollunder der Mann, der sich auf seine Inspiration verlassen darf. Angeregt durch liebliche Bilder von Frauenhuld und Frauenwürde, welche naturgemäß den Stoff seiner heutigen Rede bilden, drängt ihn aus allgemeinen Regionen eine unwiderstehliche Macht in die Heimlichkeit seines Herzkämmerleins zurück und zaubert den Gegenstand seiner lange verschwiegenen Minne leibend und lebend vor den entzückten Blick. Da steht sie, die Hehre, die Cäcilia aller seiner zarten – leider nie veröffentlichten Lieder. (Den

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