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Erstes Kapitel

Philomena Ellenhub Ein Salzburger Bauernroman Paul Zsolnay Verlag Wien • Hamburg [1937 und 1977] Meiner Mutter Maria Freumbichler Die Landschaft, worin unsere Erzählung wurzelt, bildet ein Tal, flankiert von Wäldern, fast noch so dicht wie in den Zeiten, wo Hirsch und Eber darin hausten, und von Höhen bis über tausend Meter; doch weil das Gebirge dahinter Felsen aufweist, bis zu zwei- und dreitausend, nennt man es das »Flachland«. Dies Flachland ist in Bauerngüter geteilt, in größere, in Lehen, in kleinere, in Huben und Fretten, wo man notdürftig ein paar Kühe füttern kann, und endlich in Kleinhäusler, die sich mit einer Kuh oder gar mit etlichen Geißen begnügen müssen. Auf einem der großen Lehen nun saß das Geschlecht der Ellenhuber, seit uralten Zeiten. Von dieser Scholle, von ihren Söhnen und Töchtern zu reden, scheint noch der Mühe wert, etwa in der Dunkelstunde, wo das wilde Gejaid ums Haus stürmt und die Buchenscheiter im Kachelofen krachen. Das Geschlecht der Huber war ein vielverzweigtes; die Hölzlhuber saßen an einer Waldinsel, wie sie vielfach hier, wohl als Rest der Urwälder, stehengeblieben waren, die Blümelhuber inmitten einer Wiese mit Dotterblumen, eine Herrlichkeit, ganz wunderbar anzuschauen; die Bachhuber hockten natürlich am Bach, die Forsthuber am Wald, die Leitenhuber an einem Hang, die Brunnhuber an einer Quelle, die niemals versiegte, war die Dürre noch

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