Philipp Colville
Es war an einem stillen, heiteren Tage gegen Ende April des Jahres 1679, als der junge Colville von Arondale und sein alter Bedienter Adam Yule, nachdem sie mehrere Tagereisen von London, nach der Sitte der damaligen Zeit, zu Pferde gemacht hatten, die Gränze von Schottland nun überschritten, und nach sechsjähriger Abwesenheit den heimathlichen Boden wieder betraten. Diesen Tag waren sie schon früh aufgebrochen; und ungeachtet Colville mehrmals, aus Mitleid gegen die alternden Kräfte seines Begleiters, das Pferd angehalten und langsameren Schrittes geritten war, so war doch seine Sehnsucht, noch vor Sonnenuntergang Torriswood zu erreichen, wo sein Pflegevater wohnte, so groß, daß die Bewegung für den armen alten Adam doch immer noch viel zu stark war. Diese Rücksichtslosigkeit gegen ihn indeß, und die Unruhe und Hast, die er an seinem jungen Herrn bemerkte, paßten zu der Freundlichkeit und der festen Haltung, die Colville sonst zu zeigen pflegte, ganz und gar nicht, und Adam mußte unablässig darüber nachdenken, was ihn doch, je näher sie Torriswood kamen, so stark in Bewegung setzen mochte; indeß hielt er sein Pferd sorgfältig gerade so weit hinter dem seines Herrn, als er es der Schicklichkeit gemäß fand. Zwei Jahre vor diesem Zeitpunkt würde Adam über seines Herrn Ungeduld sich nicht verwundert haben. Damals hatten viel unwichtigere Ereignisse, als das Wiedersehen alter,