Chapter

Phantasien über die Kunst

(Einleitung Tiecks) Ich übergebe teils mit Zutrauen, teils mit Ängstlichkeit diese Blätter dem Publikum. Ein Teil dieser Aufsätze ist ein Vermächtnis meines verstorbenen Freundes W. H. Wackenroder, wovon er die letztern erst kurz vor seiner Krankheit ausgearbeitet und mir mitgeteilt hat, sie sollten eine Fortsetzung des Buchs: «Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders» sein, darum trifft der Leser hier den Namen Joseph Berglinger, so wie im ganzen den Ton jenes Buches wieder an. Für die Aufsätze über die Musik hatte mein Freund eine besondre Vorliebe, und er wünschte immer recht sehr, mit der ihm eigentümlichen schönen Lebhaftigkeit, sie gedruckt zu sehn. Ich kann erst jetzt seinen Wunsch erfüllen, und der Leser wird mir für die Mitteilung dieser Aufsätze danken, in denen man eine noch kühnere Vorstellungsart und eine ausgearbeitetere Sprache antreffen wird. Sein Stil ist diesen Aufsätzen gedrungener und kräftiger, in seinen Bildern muß man oft das Seltsame, Kühne und Wahre bewundern, und jeder, fühlende Leser wird mit mir die schöne Hoffnung beklagen, die die deutsche Literatur durch seinen frühen Tod verloren hat. Mit vieler Schüchternheit habe ich die Blätter hinzugefügt, die von meiner Hand sind. Alle diese Vorstellungen sind in Gesprächen mit meinem Freunde entstanden, und wir hatten beschlossen, aus den einzelnen Aufsätzen gewissermaßen ein Ganzes zu bilden;

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