Chapter

Erstes Bändchen

Auch der kecke Wanderer, der die grüne Waldesdecke, aus deren Schatten er eben zu diesem Anblick heraustrat, trällernd angelacht hatte; der so übermüthig einhergeschritten, als sei der Boden kaum werth, von seinen leichten Füßen betreten zu werden, der an keinem Vogel vorübergegangen war, den er nicht aufgescheucht hätte, und unermüdlich sein schlankes Windspiel in die Büsche, um Wild aufzuhetzen, gejagt hatte, auch er war von der Fernsicht in diese Gegend betroffen. Seine Füße waren angewurzelt, sein Auge gebannt in diesen Blick; seine freie Stirn wurde nachdenkend, wurde finster. Hier müßte ich heiter dastehen, sagte er nach langem Sinnen vor sich hin. Die Hand aufs Herz, müßte ich zu diesem Bilde sagen: du bist hier heimisch; die Seele, die Ruhe, die Poesie, die aus dir sprechen, sie leben in diesem Herzen. Eins müßte ich sein mit dieser Natur, ihres Zaubers gewohnt, wie das Kind – der Mutter, wenn ich glücklich, wenn ich gesund wäre. Aber nun macht diese Natur mich nachdenkend, trauernd, weibisch sentimental. O, ich bin krank! Mein ganzes Innere ist verstimmt, verzerrt, verschroben – Werner war nicht gewohnt, seinen Gedanken, am wenigsten solchen Gedanken, lange nachzuhängen. Der Nachmittag wurde eben kühler; ein leichter Wind vom Wasser her belebte zu neuer Wanderung. Er riß sich aus seiner Schwermuth auf und schritt am Waldesrande weiter. Er versuchte ein Liedchen, dann

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