Petru Bagyu - Ein walachischer Räuber
Die Temes bietet in Ihrem Laufe das Bild eines mutigen und entschlossenen Kampfes gegen die Übermacht des Verhängnisses dar. Hoch oben entspringt sie im Gebirge bei dem Dorfe Teregova. Ihrer eigentlichen Bestimmung nach mußte sie, gleich dem Bergavo, dem Keras, der Nera und andern Bächen in südwestlicher Richtung zur Donau hinabeilen; aber in eigensinniger Wendung kehrt sie sich nordwärts und zieht dergestalt einen mühseligen Weg dem gemächlicheren Falle vor. Der beschwerliches Pfad, welchen sie erkoren, führt durch ein vielfach gewundenes Tal, das rau, unwirtlich und eng zwischen seinen felsigen Abhängen nur mit genauer Not den ertrotzten Durchgang gestattet. Nachdem die Temes sich durch das Waldgebirge geschlagen, findet sie sich mit widerwilligem Erstaunen abermals im Stromgebiet des übermächtigen Schwaben, dem für immer zu entfliehen sie sich eingebildet. Doch auch jetzt gibt sie sich noch nicht gleich gefangen. Bei Temesvar, der Beste, welcher sie, ohne dieselbe zu taugen, dennoch den Namen verliehen, bemüht sie, sich, aufs neue in Schlangenwindungen auszuweichen; vergebens, ihr Verhängnis ruft unwiderstehlich. Zwar sucht sie, in gleicher Richtung mit der Donau umherlaufend, noch Schutz unter den Fahnen des deutschbanatischen Grenzregiments, aber bei Pancsova wird endlich jeder Widerstand unmöglich und sie geht in dem mächtigeren Flusse auf. Das Tal, wo hindurch die spröde