Ankunft
Peter Wildanger lief unruhig wie ein Wiesel auf dem Bahnhof hin und her. Er hatte eine blaue Arbeitsschürze vorgebunden, unter der sich seine Hände verbargen, war hemdsärmlich und barhäuptig. Sein nackten Füße staken in zehnmal zerrissenen und wieder geflickten Schuhen. Der Wind, der auf dem hochgelegenen Bahnhof nach Widerständen suchte, trieb ihm die dünnen klebrigen Haare hoch, zupfte an seinen zu weiten Hosen und an seiner schmutzigen Schürze. Der Mann schien, wie er so hurtig und unruhig auf und ab täppelte, nur aus Hose und Schürze zu bestehen. Sein dürrer Körper, der sich darunter verbarg, war durch die Erscheinung nicht recht beglaubigt. Der Wind, der nur hier oben so stark zu spüren war, tat dem Männchen wohl. Ueber dem Wind lag eine heiße Hochsommersonne. Peter Wildanger stand über und über in Schweiß. Trotzdem lief er 8 behend auf und ab, bis der Bahnhofsvorsteher erschien und ihn mit einer Stimme, die noch rauh war vom Mittagsschlaf, zum Stillstehen ermahnte. »Peter, du wirst dich erkälten, wie dein Gaul die vorige Woche.« Da stand Peter Wildanger und ersetzte nun das eilige Gehen durch ein noch eiligeres Sprechen. »Ist er etwa daran gestorben? Heut ist er im Wald und gestern war er im Wald und fährt morgen in den Wald und ist zehnmal fleißiger als der Fuhrmann, der bei ihm ist.« »Ein Mensch ist kein Gaul,« versicherte der Vorsteher. »Ja,« kicherte Peter Wildanger,