Chapter

Erstes Buch: Die Venus von Petersburg

Die Venus von Petersburg I. »Der Antichrist will kommen. Er selbst, der letzte Teufel, ist noch nicht erschienen, aber die ganze Welt ist voll von seiner Brut. Die Kinder bahnen ihrem Vater den Weg. Sie bereiten alles zu seinem Empfang vor. Und wenn sie alles vorbereitet und alle Winkel sauber gekehrt haben, so wird er zu seiner Zeit erscheinen. Er steht schon vor der Schwelle, – bald wird er da sein!« Dies sagte ein alter Mann von etwa fünfzig Jahren in einem zerlumpten Schreiberkaftan zu einem jungen Mann, der in einem Nankingschlafrock und Pantoffeln an den bloßen Füßen an einem Tische saß. »Woher wißt ihr dies alles?« sagte der junge Mann. »Es steht doch geschrieben: Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, auch der Sohn nicht. Und ihr wißt es ...« Er schwieg eine Weile, gähnte und fragte: »Bist du ein Raskolnik?« »Nein, ein Rechtgläubiger.« »Wozu bist du nach Petersburg gekommen?« »Ich bin aus Moskau, aus meinem Häuschen mit allen Einnahme- und Ausgabebüchern geholt worden, auf die Anzeige eines Fiskals, der mich der Annahme von Bestechungen beschuldigt.« »Hast du welche angenommen?« »Ja. Doch nicht mit Gewalt und auch nicht aus Dieberei: ich habe nur das angenommen, was mir ein jeder aus Liebe und nach Ehr und Gewissen für meine Bemühung auf der Kanzlei gab.« Er sagte das ganz einfach, und es war klar, daß er die Annahme von

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