1. Kapitel. Der Flüchtling auf den Kerguelen
"Peter, das hast Du wieder einmal fein gemacht! Es lebe die Freiheit!" Peter Strupp rief diese Worte frohlockend, sprang mit kuehnem Satz auf eine Felsnase der steinigen, hohen Kueste und kletterte dann mit einer beneidenswerten Gewandtheit das steile Gestade empor, ohne sich um die Gewehrkugeln, die klatschend in seiner Naehe gegen die Felsen schlugen, auch nur im geringsten zu kuemmern. Das Motorrennboot, das den deutschen Fluechtling bis an diese Kueste in windschneller Fahrt gebracht hatte, schaukelte nun einsam auf den Wassern der tief in das Land einschneidenden Bucht, waehrend sein bisheriger Lenker zwischen den Felstruemmern des wildzerrissenen Randes des Steilufers verschwand, nachdem er seinen Verfolgern in dem zweiten Motorrennboot noch mit der grauen, leinenen Straeflings kappe ein letztes Lebewohl uebermueting zugewinkt hatte. Peter Strupp, ein schlanker, mittelgrosser Mann in besten Jahren mit sonnverbranntem, kuehn geschnittenem Gesicht, in dem eine Adlernase von recht ansehnlichen Groessenverhaeltnissen besonders auffiel, blieb jetzt im Schutze eines maechtigen Felsens, wo er vor jedem Geschoss sicher war, erst einmal eine Weile stehen, um zu verschnaufen. Die Muetze hatte er noch in der Rechten, und mit der Linken fuhr er sich ueber die schweissfeuchte Stirn und den kahlgeschorenen Straeflings schaedel, laechelte dann vergnuegt und sagte halblaut vor sich hin: