Chapter

Herr, bleib bei uns!

Als in der ersten Zeit dieses Jahrhunderts unser deutsches Vaterland zerrissen und zertreten unter der Gewalt des Korsen lag, da wird wohl mancher Deutsche gegen Süden geblickt haben, wo in der Vorzeit die Helden gestanden und mit unvergänglichem Ruhme bekränzt gefallen sind. Vielleicht auch du, mein Leser, würdest als Sohn jener Tage einer von denen gewesen sein, welche ohnmächtigen Grimmes voll die geschändete Scholle der Heimat verlassen haben, flüchtend unter die heldenreifende Sonne Homers. Und wenn du gewandert wärest gegen die sonnigen Lande, wo in ewiger Schöne die Rosen und die Palmen stehen, so hätte dich dein Weg vorher durch eine Gegend geführt, in welcher dein Herz entweder geschauert vor Grauen oder gebebt vor Wonne. Du wärest durch ein Gebirgsland gewandert, wie es herrlicher auf Erden nicht zu finden ist. Schattendämmernde Engschluchten, an den steilen Hängen Urwaldwüsten, dann stillheitere Hochthäler mit blühenden Dörfern, Pässe mit grünen blumigen Almen, ringsum im Hintergründe sich aufbauend eine Felsenwelt mit unerhörten Gebilden und leuchtenden Eisschildern, umbraut von Wolken, umkreist von Adlern. Aus der Eiswelt gehen senkrecht und silberweiß und schweigend die Wasser nieder, aber in den Schrunden ihnen nähergekommen sind sie grau wie Kalk und schreien seit unmeßbaren Zeiten ihr furchtbares Lied. Und auch weite, freundliche gesonnte Eilande gibt es und

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