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Vorwort

Andalusischer Roman Aus dem Spanischen von Wilhelm Lange. Leipzig. Druck und Verlag von Philipp Reclam jun. Nesci labi virtus Der Herr Dechant der Domkirche zu N., der vor wenigen Jahren starb, hinterließ unter seinen Papieren ein Packet, das, nachdem es von Hand zu Hand gewandert, schließlich in meinen Besitz gelangte, ohne daß merkwürdigerweise ein einziges der darin befindlichen Schriftstücke verloren gegangen. Die Aufschrift dieses Manuscripts ist der lateinische Spruch, der mir als Motto dient, – jedoch ohne den Namen der Frau, den ich ihm jetzt als Titel gebe; und vielleicht hat dieser lateinische Spruch mit dazu beigetragen, daß die Papiere sich erhalten haben, denn da man glaubte, es seien Predigten oder theologische Abhandlungen, hat vor mir niemand eine einzige Zeile gelesen oder auch nur das die Briefe umschließende Band gelöst. Das Manuscript zerfällt in drei Abtheilungen. Die erste ist betitelt: »Briefe meines Vetters«; die zweite: »Paralipomena« und die dritte: »Epilog – Briefe meines Bruders«. Dies alles ist von derselben Hand geschrieben, und man darf die Vermuthung aufstellen, daß es die des Herrn Dechant war. Und da das Ganze etwas wie eine Novelle bildet, – wenn auch mit gar keiner oder wenig poetischer Zuthat, – so glaubte ich anfangs, der Herr Dechant hätte vielleicht in seinen Mußestunden seine Befähigung zum Romanschreiben beweisen wollen; aber bei

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